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Die Grenzen meiner Sprache, bedeuten die Grenzen meiner Welt

Am Samstag hatten wir das Glück an einem „InHouse“Seminar teilzunehmen und mit 20 Kolleginnen aus Tux, Schwendau, Brandberg, Ramsau und Hippach einen Tag lang, uns der wertschätzenden, gewaltfreien Kommunikation zu widmen.

Was bedeutet gewaltfreie Kommunikation?
Hinter jedem Angriff und jedem Vorwurf und Kritik versteckt sich eine Bitte, ein Wunsch.
Hinter jedem Wunsch steht ein Bedürfnis oder ein Wert. Das heißt alles, was die Menschen tun, tun sie aufgrund ihrer Bedürfnisse und ihrer Werte.
( Marshall Rosenberg https://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation)

Nur wie kann man dies auch so formulieren.
Bitte und Wünsche sind oft nicht legitim, also verstecken wir sie hinter Kritik oder Vorwürfen.
“ Du hörst mit nicht zu“
– mein Wunsch wäre aber, dass du mich hörst, dass du mich wahrnimmst.
Aber anstelle der Bitte formulieren wir es hart.

Was kann ich also tun?
Ich kann mein Gegenüber beobachten, mein Befinden und mein Bedürfnis erkennen und eine Bitte formulieren und dabei ehrlich bleiben.
Es ist mir wichtig, dass auch meine Meinung gehört wird.

Was will ich wirklich, was ist mein Wunsch an dich, an die Situation.
“ Du räumst nie auf“
Was möchten wir – Ordnung, Übersicht, Klarheit.
Bitte an das Kind: Ich möchte gerne, dass du im Zimmer alles findest, deshalb ist Ordnung wichtig.
So steht, der Wunsch, die Bitte an erster Stelle und nicht der Vorwurf der Unordnung.

„Ich“ Botschaften erfassen nicht nur das Kind, sondern auch Partner, Kollegen und Mitmenschen, das „du“ im Satz wird oft zur Kritik, oder zum Vorwurf. Wünsche gehen mit einem Gefühl einher.

Was ist wichtig?
Beobachten, zuhören und Fakten sammeln.
Was ist passiert?
Fragen stellen und versuchen die Situation zu begreifen, ohne im Vorfeld eine Meinung zu bilden.

Welche Gefühle löst es in mir aus?
Ärger, Frustration, Freude,…
Kann ich das Gefühl mit “ Ich bin …..“ formulieren, dann ist es ein echtes Gefühl.
Was wir brauchen sind Wörter dafür, deshalb müssen wir sie auch unseren Kindern geben und selbst auch ehrlich und authentisch bleiben.
Ich bin ärgerlich, weil… ich bin verletzt, weil ….,  ich bin traurig, weil…….
Ich bin stolz auf dich, weil…
Ich bin dankbar,…..

Welches Bedürfnis steckt dahinter? Was brauche ich in dieser Situation? Was ist wichtig?
Ich fühle mich verärgert, weil mir ………. wichtig ist.

Was hätte ich gerne, was die andere Person tut?
Ein klare Bitte – benennen einer konkreten Handlung, von der ich gerne hätte, dass sie ausgeführt wird
Ohne Forderungen zu stellen und ohne Strategien zu entwicklen ( wenn, dann…..) auch keine Vergleiche zu bilden ( so wie).

Als letzter Schritt genügt ein Danke, manchmal auch eine kleine Anerkennung oder ein Frage: Was kann ich für dich tun?


Resümee:
Immer wieder sind wir auch im Kindergarten in Situationen, in der wir einfach nur einfordern. An vielen Beispielen konnten wir gestern selbst fühlen, wie es ist,  genau mit diesen konfrontiert zu werden und wie unangenehm es ist.
Wir haben versucht Vorwürfe und Kritik in konkrete Wünsche und Bitte um zu formulieren und gemerkt, dass es oft gar nicht so einfach ist Worte dafür zu finden.

Wir haben nun beschlossen, den Kindern genau in diesen Situationen mehr Wörter zu geben. Wörter für Wünsche, Gefühle, Bedürfnisse, die über das „ich will…“ hinausgehen und auch uns mit Wörtern zu füllen, die es den Kindern dann möglich machen.
Ein wertschätzender Umgang miteinander, noch mehr Achtsamkeit mit Worten und Handlungen, ein faires Miteinander, von dem wir alle profitieren.

Danke an dieser Stelle an Barbara Plank, die das Seminar geleitet hat und ihrer Begleitung Rosalia, meinen Kolleginnen und der Gemeinde für die Sorge um unser leibliches Wohl.

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